MultiTrust Capital China News 06/2017: Kultur, Recht und Gesellschaft

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1. BILDUNG UND KULTUR

Kulturindustrie soll bis 2020 internationales Niveau erreichen

In dem Entwurf für den 13. Fünfjahrplan (2016-2020) zur kulturellen Reform und Entwicklung, der von den Kanzleien von KPC und Staatsrat Anfang Mai veröffentlicht wurde, wird aufgezeigt, wie starke und global wettbewerbsfähige chinesische Akteure („national champions“) in der Kulturindustrie entwickelt werden sollen. Hierbei sind Fusionen und die Reorganisation staatseigener Unternehmen sowie der Abbau von Hürden für privatwirtschaftliche Investitionen vorgesehen. Zur Kulturindustrie gehören auch die Unterhaltungsbranche und (Online-)Medien (https://www.merics.org vom 11.05.2017/ http://news.xinhuanet.com vom 07.05.2017).

Chinesische Online Enzyklopädie in Bearbeitung

In China ist die frei und kollektiv erstellte Online-Enzyklopädie Wikipedia zurzeit nur teilweise zugänglich, es werden rund 91 Prozent der chinesischen Inhalte geblockt. Um den öffentlichen Diskurs über Geschichte, Politik und aktuelle Entwicklungen mitbestimmen zu können, arbeitet die chinesische Führung mit mehr als 20.000 Autoren momentan an einer Online-Version der Chinesischen Enzyklopädie. Startdatum ist 2018. Mit mehr als 300.000 Einträgen aus über 100 Bereichen, soll die Online-Ausgabe der Chinesischen Enzyklopädie doppelt so umfangreich werden wie die Encyclopaedia Britannica. Yang Muzhi, Chefredakteur der Online Veröffentlichung nannte diese Publikation die „Große Mauer der Kultur“ und solle Wikipedia übertreffen. Anders wie bei Wikipedia können Nutzer nicht zugleich Autoren sein, es handelt sich um eine von der Regierung genehmigte Publikation, die Autoren arbeiten an Universitäten und Forschungsinstituten (https://www.merics.org vom 11.05.2017/ http://www.bbc.com vom 02.05.2017).

Spende für die Peking Universität

Anlässlich des 119. Jahrestages der Peking Universität hat die HNA Group Co., Ltd., ein Fortune 500 Unternehmen mit dem Schwerpunkt auf Tourismus, Logistik und Finanzdienstleistungen, der Universität eine Spende in Höhe von 150 Millionen Yuan (21,77 Million US-Dollar) überreicht. Hiermit soll der Peking University HNA Education Fund errichtet werden (http://www.finanzen.net vom 08.05.2017).

 

2. Medien und Unterhaltung

Chinesischer Regisseur bei Filmfestspielen in Cannes ausgezeichnet

Der chinesische Regisseur Qiu Yang wurde als erster chinesischer Filmemacher mit der goldenen Palme bei den Filmfestspielen in Cannes für den besten Kurzfilm ausgezeichnet. Der 28-jährige gewann mit dem Film „A Gentle Night“, einem 15-minütigen Film, der die Suche einer Mutter nach ihrer verschwundenen Tochter am Vorabend vom chinesischen Neujahr thematisiert (http://chinafilminsider.com/ vom 29.05.2017).

Peter Loehr verlässt Legendary East Ltd.

Peter Loehr, CEO von Legendary East Ltd., verlässt das Unternehmen zum 01. Juni. Das Unternehmen Legendary East vertreibt die Filme des Studios in China und ist auch für Kooperationen und neue Geschäftsmöglichkeiten im Land der Mitte zuständig. Peter Loehr arbeitet bereits seit zwei Jahrzehnten als unabhängiger Filmemacher und als erster MD des chinesischen Büros von Creatice Artists Agency im Reich der Mitte. Seit dem Jahr 2012 ist er für Legendary Pictures tätig und CEO des chinesischen Joint Ventures Legendary East. Er ist damit auch für die Produktion des Films „The Great Wall“ verantwortlich. Der Film ist die größte bisherige Hollywood-China Co-Produktion, die jedoch sehr gemischte Kritiken erhielt und bei Produktionskosten von 150 Millionen US-Dollar lediglich 332 Million US-Dollar an den Kinokassen einspielte. Der chinesische Immobilien-Gigant Wanda Group hat Legendary letztes Jahr für 3,5 Milliarden US-Dollar aufgekauft. (http://www.caixinglobal.com vom 16.05.2017).

 

 3. Tourismus

Ctrip expandiert nach Europa

Chinas größte Reiseplattform (Marktanteil größer 80 Prozent) will nach Europa expandieren. Ctrip ist bereits heute die zweitgrößte Online-Reiseplattform der Welt. Der Umsatz im ersten Quartal 2017 stieg um 46 Prozent auf rund 6,1 Milliarden Yuan (knapp 800 Millionen Euro); der Nettogewinn betrug 82 Millionen Yuan (knapp elf Millionen Euro). Durch Übernahmen forciert Ctrip sein Wachstum. Im Oktober 2015 kaufte das Unternehmen seinen wichtigsten chinesischen Rivalen Qunar auf. Zusätzlich investierte die Plattform in den indischen Rivalen MakeMyTrip und übernahm eine Mehrheit am britischen Reiseportal Travelfusion. Die Übernahme der britischen Reise-Website Skyscanner für umgerechnet rund 1,8 Milliarden Euro war bisher der größte Deal. Die Chinesen seien nun an einer Übernahme der Reisesparte von Pro Sieben Sat 1 interessiert. Demnach könnte der Verkauf von Etraveli bis zu 500 Millionen Euro einbringen (http://www.handelsblatt.com vom 23.05.2017).

Die neue Tourismusmacht China

Quelle: Handelsblatt vom 23.05.2017

 

4. Sport

China will weitere Mega-Deals im Fußball verhindert

Um weitere Mega-Transfers in der chinesischen Super League einzudämmen, hat der chinesische Fußballverband (CFA) Maßnahmen ergriffen. Mit Beginn der Sommer-Transferperiode soll jeder Verein, der mehr Geld für Spieler ausgibt als er einnimmt, den gleichen Betrag in die Förderung des chinesischen Fußballs investieren müssen (https://www.srf.ch vom 27.05.2017). Des Weiteren sind ab der nächsten Saison die Trainer der Klubs verpflichtet, für jeden eingesetzten ausländischen Spieler auch einen einheimischen Spieler unter 23 Jahren aufzustellen (http://www.kicker.de vom 25.05.2017).

Angebot für Aubameyang aus China

Laut den französischen Medien “L’Equipe” und “France Football”, soll sich der chinesische Erstligist Tianjin Quanjian um eine Verpflichtung Aubameyangs bemühen – mit einem Netto-Rekordgehalt von 50 Millionen Euro pro Jahr. Damit würde der 27-Jährige zum bestbezahlten Fußballer der Welt aufsteigen. Es ist nicht bekannt, ob Aubameyang über einen Wechsel nach China nachdenkt. Aubameyangs Vertrag in Dortmund läuft noch bis 2020 (http://www.spiegel.de vom 16.05.2017).

 

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