MultiTrust Capital China News 06/2017: M&A Update

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Risikokapital fließt weiter kontinuierlich nach Asien

Seit Jahresbeginn konnten Tech-Startups aus Asien etwa 56.44 Milliarden US-Dollar einsammeln, dies entspricht einem jährlichen Wachstum von 132 Prozent. Tencent hat hierbei Sequoia als Top Investor mit 19 Einhörnern überflügelt. Als „Einhorn“ werden Startup-Unternehmen mit einer Marktbewertung von über einer Milliarde US-Dollar bezeichnet. Beinahe die Hälfte der 46 Einhörner in China werden durch Baidu, Alibaba, Tencent oder JD.com gestützt (http://www.chinaeconomicreview.com vom 24.05.2017).

Asia VC-backed tech funding

Quelle: Financial Times vom 24.05.2017

1. CHINA OUTBOUND

Hainan und China Airlines an italienischen Piloten interessiert

Die italienische Regierung hofft im Rennen um die Rettung der insolventen Airline Alitalia auf chinesische Hilfe, daher hat der italienische Premier Paolo Gentiloni, laut Medienberichten, Kontakt zu möglichen chinesischen Interessenten aufgenommen. China Airlines und Hainan Airlines könnten Interesse an Alitalia haben. Zuletzt hatten die beiden Airlines Kontakte zu Alitalia-Piloten aufgenommen, um sie von einem Wechsel nach China zu überzeugen, da beide Fluggesellschaften zurzeit ihre Flotten ausbauen. Im Jahr 2016 hat Alitalia Verluste in Höhe von 500 Millionen Euro verzeichnet, im ersten Quartal 2017 schrieb das Unternehmen bereits rote Zahlen in Höhe von 200 Millionen Euro (http://derstandard.at vom 17.05.2017).

HNA Group nicht mehr an HSH Nordbank interessiert

In dem Bieterwettstreit um die HSH Nordbank zieht sich die chinesische HNA Group zurück. Nach Ausscheiden von HNA seien noch sechs Bieter einbezogen, u.a der chinesische Versicherer Anbang sowie die US-Finanzinvestoren Apollo Global Management und Cerberus Capital Management. Gegenwärtig würden die Bieter eine Due-Diligence-Prüfung durchführen. Bis Februar 2018 muss der Verkauf getätigt worden sein, ansonsten wird die Bank auf Geheiß der Europäischen Union abgewickelt (https://www.private-banking-magazin.de/  vom 09.05.2017).

Bosch verkauft Anlassersparte nach China

Bosch hat bestätigt, dass es seine traditionsreiche Anlassersparte (7.000 Mitarbeiter) nach China verkauft hat. Käufer sind der Zulieferer Zhengzhou Coal Mining Machinery Group (ZMJ) und die Investmentfirma China Renaissance Capital. Der Kaufpreis lag nach Angaben des Konsortiums bei 545 Millionen Euro; es fehlt noch die Zustimmung der Kartellbehörden (Handelsblatt vom 01.05.2017).

Deutsche Beteiligungs AG (DBAG) veräußert die Romaco Group an die Truking Group

Anfang Mai hat die DBAG 75,1% ihrer Anteile an der Romaco Group, einem führenden Anbieter von Verpackungs- und Prozesstechnologien für die pharmazeutische Industrie, an den chinesischen Maschinenbauer Truking Group verkauft. Die verbleibenden Anteile werden innerhalb der kommenden drei Jahre veräußert. Die Transaktion steht noch unter dem Vorbehalt behördlicher Zustimmung (www.romaco.com).

Beijing WKW Automotive Parts Co. will in Sachsen produzieren

Das chinesische Unternehmen, Beijing WKW Automotive Parts Co., Ltd. will in Deutschland Elektrofahrzeuge produzieren. Das chinesische Unternehmen hat mit dem Land Sachsen einen „Letter of Intent“ über den Ankauf eines Grundstücks in Rothenburg/Oberlausitz abgeschlossen. Über die 100-prozentige Tochtergesellschaft Delon Automotive will das Unternehmen 1,3 Milliarden Euro investieren und eine Produktionseinheit für Elektrofahrzeuge errichten. Es sollen an diesem Standort voraussichtlich 1.000 Mitarbeiter arbeiten. Bejing WKW Automotive Parts mit Sitz im chinesischen Shenzhen ist börsennotiert. Das Unternehmen kann von den in den in Sachsen ansässigen 750 Automobilzulieferern profitieren (https://www.bloomberg.com vom 04.05.2017).

Gastbeitrag von Stefan Gätzner M&A Dialogue

Jifeng erhöht Beteiligung an Grammer – Hastors Versuch zur Kontrollübernahme abgewehrt 

Ningbo Jifeng hält mittlerweile 15,07% an dem Automobilzulieferer Grammer AG. Kurz vor der Hauptversammlung am 24. Mai wurde bekannt, dass nach der Umwandlung der Pflichtwandelanleihe das Unternehmen aus der südostchinesischen Provinz Zhejiang seinen Anteil durch Zukäufe an der Börse weiter erhöht hat. Damit stärkt Jifeng seine strategische Partnerschaft mit dem Amberger Sitzhersteller und seine Position als zweitgrößter Aktionär. Hauptanteilseigner ist die bosnische Unternehmerfamilie Hastor. Sie hält über die Halog GmbH und Cascade International Investment knapp 19,2% an dem Mittelständler. Auf der Hauptversammlung scheiterten Nijaz Hastor und seine Söhne mit dem Versuch die Kontrolle über das Unternehmen zu übernehmen. Die Mehrheit der Grammer Aktionäre, darunter die Vertreter von Jifeng, lehnten den Antrag der Familie Hastor auf einen Austausch des gesamten Grammer-Vorstands sowie einer Neubesetzung des Aufsichtsrats ab. Die Hauptversammlung verlief turbulent. Erfahren Sie mehr

Shanghai Pharmaceutical bietet nicht für Stada: Keine Einigung mit Finanzinvestoren über Angebotshöhe

Shanghai Pharmaceutical wird nicht mehr in das Bieterrennen um Stada eingreifen. Laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf informierte Kreise kommt kein gemeinsames Angebot mit den Private-Equity-Gesellschaften Advent und Permira zustande. Demnach habe man sich über die Höhe des Kaufpreises für den deutschen Generikahersteller nicht einigen können. Damit bleibt die bisherige Offerte der beiden Finanzinvestoren Bain Capital und Cinven unangefochten. Diese bieten 66 EUR pro Anteilsschein. Die Aktionäre haben noch bis zum 8. Juni Zeit, das Angebot anzunehmen. Erfahren Sie mehr

 

 

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